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(April 2002)
 

Podderschka – Russische Sprechstunde für Aussiedler

In Berlin, wo viele Kulturen aufeinander treffen, sind auch die Anbieter sozialer Dienstleistungen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Als erste Berliner Koordinierungsstelle für die ambulante Rehabilitation älterer Menschen öffnet der VdK sein Angebot in Tempelhof-Schöneberg nun auch russischsprachigen Senioren. Jeden ersten und dritten Montag im Monat von 10 bis 12 Uhr wird mit ehrenamtlicher Unterstützung eine russischsprachige Sprechstunde angeboten, in der die schwierigen Fachbegriffe übersetzt werden.
Vor eineinhalb Jahren begann der VdK gemeinsam mit einer Pflegestation einen geselligen Treffpunkt für ältere Aussiedler zu organisieren. In Tempelhof-Schöneberg befindet sich die zentrale Aufnahmestelle für Aussiedler und ein hoher Anteil russischsprachiger älterer Menschen. In der Koordinierungsstelle können sie neben kulturellen Angeboten wie Musik und Tanz nun auch die Beratung zu altersrelevanten Fragen nutzen.
Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion sind Deutsche, die aber den größten Teil ihrer Erfahrungen in einem anderen Gesellschafts- und Sozialsystem gesammelt haben. Angebote wie Pflegedienste, Physiotherapie oder Hilfsmittel sind in der ehemaligen Sowjetunion in der uns geläufigen Form nicht vorhanden. Ihnen bleiben die bestehenden ambulanten Versorgungsmöglichkeiten daher verschlossen – auch weil sie Hemmungen im Umgang mit der deutschen Sprache haben. Die Unübersichtlichkeit des deutschen Gesundheitssystems und des Pflegemarktes stellen für ältere Menschen ohnehin ein Problem dar. Besonders schwierig ist dies für Personen aus anderen Kulturkreisen. Bei den Treffen fällt immer wieder der Satz „In Russland war ich der Deutsche. Hier bin ich der Russe.“ Er drückt das belastende Gefühl der Heimatlosigkeit aus.
Die selbstständige Lebensführung in der eigenen Wohnung sollte aus sozialen und aus Kostengründen so lange wie möglich gewährleistet werden. Ein zu früher Umzug in ein teures Pflegeheim belastet langfristig den Einzelnen und die Gesellschaft. Auch bei älteren Aussiedlern muss der Grundsatz gelten: ambulant vor stationär, Rehabilitation vor Pflege!
Zur Verwirklichung dieses Ziels bietet die VdK-Koordinierungsstelle älteren, kranken und behinderten Menschen und deren Angehörigen Information, Beratung und Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Sie vermittelt die nötige Unterstützung, wie z.B. Hilfsmittel, Pflegedienste oder Mobilitätshilfedienste. Außerdem informiert sie die Öffentlichkeit zu allen Fragen rund ums Alter, insbesondere über Möglichkeiten der ambulanten Versorgung und Wohnungsanpassung.
Der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg leistet mit seinem neuen Angebot einen Beitrag zur Integration von Migrantengruppen.
· VdK-Koordinierungsstelle für ambulante Rehabilitation älterer Menschen in Tempelhof-Schöneberg, Sabine Kölber
Reinhardtstr. 7, 12103 Berlin
Tel. 755 07 041, Fax 75 50 70 50
eMail vdk_koordinierungsstelle@hotmail.com

(RB 04/02)

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