Archiv Neues aus den Mitgliedorganisationen  (Oktober 1998) 
 
  Gegen häusliche Gewalt im Alter

Gewalt gegen ältere und pflegebedürftige Menschen wird in Deutschland selten offen angesprochen. Repräsentative Studien belegen jedoch, daß etwa 600.000 Menschen zwischen 60 und 75 Jahren jedes Jahr Opfer von körperlicher Gewalt, Vernachlässigung oder materieller Ausnutzung werden.

Der Humanistische Verband bietet deshalb seit September einen ganz besonderen Service für diese spezielle Gruppe von Gewaltopfern an: das Seniorenschutz-Telefon. Unter Tel. 44 05 38 97 können sowohl Opfer von Gewalt als auch andere Betroffene diesen Dienst montags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr kostenlos in Anspruch nehmen. In der übrigen Zeit läuft ein Anrufbeantworter.

Manchmal ist es wichtig, sich einem Unbeteiligten anvertrauen zu können, der zuhören und wirksame Unterstützung anbieten kann. Aber das Angebot bietet nicht nur Unterstützung bei akuten Problemen, sondern kann bereits im Vorfeld einer sich abzeichnenden Krise hilfreich sein. Das kann zum Beispiel eine psychische oder physische Überlastung bei der Pflege älterer Familienmitglieder sein.

Darüber hinaus will der Humanistische Verband die Öffentlichkeit für das häufig totgeschwiegene Thema "Gewalt gegen ältere Menschen" sensibilisieren.

Das Seniorenschutz-Telefon wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern/-innen betrieben. Die Beratungen sind selbstverständlich anonym.

Kontakt: Seniorenschutz-Telefon (Tel. 44 05 38 97)
Pappelallee 15, 10437 Berlin
Michaela Richter Tel. (030) 44 05 38 96
Andrea Käthner Tel. (030) 234 41 33

(RB 10/98)

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