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(November 2001)
 

„You are my hero“

In nur fünf Jahren lässt sich viel auf die Beine stellen. Den Beweis dafür hat das Weddinger Ausbildungszentrum des SOS-Kinderdorf angetreten. Zahlreiche Besucher aus der Berliner Arbeits- und Jugendverwaltung, aber auch Eltern und Ehemalige feierten in einer leer stehenden Halle der Osramhöfe am 11. Oktober zusammen mit den sozial benachteiligten Auszubildenden das Jubiläum.
Während der SOS-Kinderdorf-Vorsitzende Professor Münder und der Leiter des Ausbildungszentrums, Burkhard Schäfer, die Gäste begrüßten und ihre Ansprachen hielten, waren die jungen Auszubildenden bereits voll in ihre Aufgaben vertieft: freundlicher Service an der Garderobe, letzte Vorbereitungen in der Ausbildungsküche und was sonst noch zu einer gelungenen Feier nötig ist. Einige der Auszubildenden waren damit beschäftigt, das Geschehen für die Nachwelt mit der Kamera zu dokumentieren. Das taten sie sehr professionell, denn das SOS-Kinderdorf verbindet eine Ausbildungskooperation mit dem Fernsehsender SAT1. Wer keinen Platz mehr vor der Bühne erwischt hatte, konnte also das Geschehen auf der Großbildleinwand verfolgen.
Burkhard Schäfer warf einen Rückblick auf die Anfänge des Ausbildungszentrums in den Osram-Höfen. Mit 35 Azubis waren er und seine Kollegen/innen hier 1996 als Untermieter des Deutschen Herzzentrums, dass einen Teil seiner Verwaltung in den Industriekomplex ausgelagert hat, eingezogen. Heute sind 205 Jugendliche hier in der Ausbildung. 83 Jugendliche legten ihre Prüfung bisher erfolgreich ab, ein Schnitt von über 60 Prozent. Seit September ist die Ausbildung zur Friseurin der jüngste Bereich, in dem jetzt zwölf junge Frauen einen Beruf lernen.
Für diese Erfolge dankte Schäfer seinen Kollegen/innen. „So was geht nur mit gutem Personal, das Verständnis für die Probleme junger Menschen hat. Das ist immer mehr, als wir bezahlen können“. Die Arbeit geht auch über die Ausbildung hinaus. In der Koloniestraße zum Beispiel, mitten im problembehafteten Weddinger Kiez, unterhält das SOS-Kinderdorf ein Jugendfreizeitheim.
Dass der Dank nicht nur einseitig ist, bewies eine jugendliche Rapper-Gruppe mit einem selbstkomponierten Song. Mit ihrer eindrucksvollen Performance boten die Jugendlichen den gesetzteren Gästen Nachhilfe in Sachen Jugendkultur. Der Refrain der Rappeinlage: „Du Herr Schäfer, Du bist mein Hero, Du Herr Schäfer Du bist meine Hoffnung“.
Auch die anderen Darbietungen ließen den Jugendlichen und Mitarbeitern viel Raum, ihre eigenen kulturellen Hintergründe zum Ausdruck zu bringen. Die Auszubildenden kommen aus 20 Staaten und entsprechend vielfältig waren die Auftritte. Unter anderem trat eine afrikanische Percussiongruppe auf und ein ehemaliger Auszubildender spielte auf einem türkischen Saiteninstrument.
Das Buffet bestach durch seine vielfältige Auswahl – aber schließlich wollten die Jugendlichen, die hier eine gastronomische Ausbildung machen, auch zeigen, was sie können. 
Senatorin Schöttler, Schirmherrin des Abends, hatte das Konzept des SOS Ausbildungszentrums in ihrer Ansprache gut zusammengefasst: „Die Jugendlichen lernen hier viel mehr als nur einen Beruf“.
Martin Franke
· SOS Berufsausbildungszentrum Berlin
Oudenarder Str. 16, 13347 Berlin
Tel. 45 50 80-0, Fax 45 50 80-60
E-Mail baz-berlin@sos-kinderdorf.de

(RB 11/01)

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