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Fragebogenauswertung

In der "Klopfzeichen" Ausgabe 5/97 hatten wir einen Fragebogen zur Gesundheitsreform beigelegt. Hier sollte abgefragt werden, welche Auswirkungen die neuen Gesetze NOG 1 und NOG 2 auf CF-Patienten haben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor und können für die weitere Arbeit auf diesem politischem Gebiet wichtige Hinweise geben.
Natürlich stand die Frage nach den finanziellen Belastungen des einzelnen oder der Familie an vorderster Stelle. Viele CF-Betroffene sind von der Zuzahlung zu den Medikamenten befreit, da sie entweder noch unter 18 Jahre als sind, studieren oder unter die Härtefallregelung fallen. Wenn aber ein CF-Erwachsener die volle Zuzahlung leisten muß, so ist sein finanzieller Beitrag um bis zu 15% gestiegen. Daß dies zu einer erheblichen Belastung auch innerhalb der Familie führen kann, liegt auf der Hand.
Sehr wichtig wäre es gewesen, wenn die einzelnen Krankenkassen auf die Entlastungen durch die Zuzahlungsbefreiung und die Härtefallregelung hingewiesen hätten. Fast die Hälfte aller Befragten sahen die Information durch die Krankenkassen als mangelhaft an. Entweder sind die Informationsbroschüren nicht bei den Versicherten angekommen oder der Text war so kompliziert geschrieben, daß er nicht verstanden wurde. Hier könnte man sich eine bessere Information auch heute, ein Jahr nach der Reform, noch wünschen.
In dieses Bild paßt auch die Beantwortung nach der Frage, ob die Kassen zusätzliche Leistungen anbieten. Uns ist bekannt, daß viele Krankenkassen früher kostenlose Ernährungsberatung oder Rückenschulung angeboten hatten. Bei solchen Kursen hatte es in der Vergangenheit einen "Wildwuchs" gegeben, das heißt einige angebotene Kurse hatten mit der Gesundheit im engerem Sinne nichts mehr zu tun. Hier sollte nun das Gesetz ansetzen. Auch heute bieten viele Kassen noch solche Kurse an - jetzt aber mit einer gewissen Eigenbeteiligung. Dies ist aber den wenigsten bekannt. Gerade CF-Betroffene könnten von einer qualifizierten Ernährungsberatung profitieren. Auch hier liegt es an den Kassen, ihre Kurse bekannt zu machen und kostendeckend durchzuführen.

Bei den Fragen zur Rehabilitation machte sich eine gehörige Portion Frust Luft. Es herrscht das Gefühl vor, daß immer weniger Kuren genehmigt werden. Wie anders soll man es sonst verstehen, daß immer mehr CF-Patienten jetzt mehrfach beim Medizinischen Dienst vorstellig werden müssen während früher der Arztbrief und die Diagnose CF für eine solche Maßnahme ausreichend war. Durch solche "neuen" Verfahren müssen viele CF'ler jetzt eher länger auf eine Reha-Maßnahme warten als früher. Ob dies im Sinne der Prävention ist, muß bezweifelt werden. Wer kann ausschließen, daß eine solche Verzögerung negative Folgen für den weiteren Verlauf der CF hat ?
Die Zuzahlung von 25 DM wird von allen als zu hoch betrachtet. Dabei muß man bedenken, daß diese Zahlungen nicht unter die Härtefallregelung fallen und somit auch nicht am Ende eines Jahres erstattet werden können. Auch die beiden Tage Urlaub, die für jede Woche Rehabilitation mit eingebracht werden müssen, sind für CF-Patienten nicht akzeptabel. Der Urlaub ist für jeden CF-Patienten unverzichtbar !
Abschließend muß man feststellen, daß viele Möglichkeiten, die das NOG1 und NOG2 den Kassen bieten, bei den Versicherten nicht bekannt sind. Kaum einer ist in der Lage zu sagen, was es mit dem "Selbstbehalt" auf sich hat. Keiner wußte, daß es sich hier um eine Art Selbstzahlung handelt. Man legt mit der Kasse einen Betrag fest, bis zu dem man die Kosten der Behandlung selbst bezahlt. Erst wenn diese Grenze erreicht ist, werden die weiteren Behandlungskosten von der Krankenkasse übernommen.
Auch die Möglichkeit einer Beitragsrückerstattung durch die Kassen bei Nichtinanspruchnahme, ist kaum einem Versicherten bekannt. Bisher hat es nur eine Kasse in Berlin versucht einzuführen. Dieser Versuch ist aber inzwischen eingestellt worden.
Solche Möglichkeiten eröffnen der Zweiklassenmedizin Tür und Tor. Es kommt beim Ausnutzen aller Möglichkeiten, die der Gesetzgeber vorgesehen hat, zu einer Entsolidarisierung zwischen Gesunden und Kranken. Ob solche Maßnahmen dem sozialem Klima in Deutschland dienlich sind, muß bezweifelt werden.Schon heute müssen Alte, Chronisch Kranke und Behinderte mit allen möglichen Repressalien leben, was sicherlich nicht mit dem Geist Artikel 3 des Grundgesetzes vereinbar ist. Für uns alle, den Behindertenverbänden und Politikern gibt es hier noch einiges zu tun, um ein gesundes Gleichgewicht wieder herzustellen.

Wer Interesse hat, kann die ausführliche Auswertung der Fragebogen unter der Adresse des Bundesverbandes anfordern.

 

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