Diese Senioreninitiativen unterscheiden sich von gewohnten Formen ehrenamtlicher Arbeit:
Im Gegensatz zur traditionellen Nachbarschaftshilfe wird in diesen Senioreninitativen und Zeittauschringen der Tausch in einem größeren Bezugsrahmen organisiert. Eine Mitgliedschaft verpflichtet nicht zu einem bestimmten Tun, sondern alle können selbst entscheiden, ob, was und mit wem sie tauschen wollen. Die Tauschregeln sind klar definiert.
Mitglieder bringen -gemäß ihren Fähigkeiten und Interessen- Zeit ein, um einerseits das eigene Leben sinnvoller zu gestalten und andererseits zur Veränderung des sozialen Klimas im eigenen Stadtteil oder in der Gemeinde beizutragen. "Wer tauscht, ist nicht allein".
Die Handlungsfelder und Handlungsziele werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Je mehr Mitglieder sich beteiligen, indem sie ihre Talente und Fähigkeiten anbieten, desto vielfältiger sind die Tauschmöglichkeiten.
Die Zeit, die aktiv Tätige für eine Hilfeleistung aufwenden, wird ihnen in Zeiteinheiten gutgeschrieben. Die Bezeichnungen dafür sind vielfältig, z. B. Punkte, Taler, Talente. Diese Gutschriften können bei eigenem Bedarf gegen andere Hilfen eingetauscht werden. Auch Mitglieder, die kein Zeitguthaben erarbeiten können, erhalten gegen Zahlung eines angemessenen Förderbeitrages Hilfe.
Beteiligen können sich Menschen aller Altersgruppen, auch in den Initiativen, die das Wort "Senioren" in ihrem Namen führen. Deshalb wählen inzwischen die meisten neuen Initiativen einen Namen, mit dem sich alle Bevölkerungsgruppen identifizieren können, z. B. Bürgerhilfe, Generationenhilfe, Bürgeraktive, Die Brücke, Interaktiv.
Im Stadtteil werden menschliche Beziehungen aufgebaut und belebt, die über die traditionelle Nachbarschaftshilfe oder über die Teilnahme an einem Verein hinausgehen.
Zentral ist, daß die Beteiligten nicht nur als Helfer oder Mitarbeiter/innen der Hauptamtlichen tätig werden, sondern ihre eigenen Interessen mit einbringen und mit denen der Gruppe, Kommune oder der Hilfeempfänger verbinden wollen.
Senioreninitiativen und Zeittauschringe leben von der Initiative der Beteiligten. Sie unterstützen Eigenverantwortung und stellen eine Infrastruktur der Selbsthilfe dar. Die Ideen und Aufgaben, die von den einzelnen Gruppen übernommen werden, entwickeln sich gemäß den Vorstellungen und dem Tempo der Beteiligten.
Senioreninitiativen sind selbstorganisierte Netzwerke mit gegenseitigem Hilfetausch auf Zeitbasis und somit eine erweiterte Form der Selbstsorge und des bürgerschaftlichen Engagements.
Von wesentlicher Bedeutung ist es, "Schlüsselfiguren" zu gewinnen (Bürgermeister, Stadtrat, Geistliche). Ihre Zugehörigkeit fördert das Ansehen einer Initiative und das Vertrauen in sie.
Ein eigener Raum erleichtert wesentlich die Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten und trägt zum Bekanntheitsgrad bei. Öffentliche Sprechzeiten, gemeinsame Veranstaltungen und Treffpunkte sind notwendige Voraussetzungen für Kontaktaufnahme zwischen Mitgliedern und Bewohnern des Stadtteils.
Keine der Gruppen erhält regelmäßige finanzielle Zuwendungen. Alle finanzieren die laufenden Kosten (Telefon, Porto, Versicherungen, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen) aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Förderbeiträgen.
Die geleisteten Dienste werden in Zeiteinheiten (Punkte, Batzen, Peanuts, Talente, Taler) verrechnet. Mitglieder, die kein eigenes Zeitguthaben erarbeiten können, zahlen statt dessen einen Förderbeitrag (Verwaltungsgebühr) als Ausgleich, dessen Höhe jede Initiative selbst bestimmt.
Manche Initiativen haben zur "Regulierung" Limits für Plus- und Minuseinheiten festgelegt.
Andere haben einen Sozialfond eingerichtet, in den auf freiwilliger Basis, Punkte eingebracht werden, die dann für Mitglieder, die keine Leistungen mehr erbringen können und auch nicht in der Lage sind zu bezahlen, z.B. AltersheimbewohnerInnen, verwendet werden.
Alle Initiativen vermitteln nur unter Mitgliedern und bewerten die Dienste nach Zeit, nicht nach Leistung.
Auslagen werden den Helfenden direkt erstattet, entweder von denjenigen, denen die Hilfe zugute kam oder (bei Organisationsaufgaben) von der Initiative.
Die Mitgliedsbeiträge bewegen sich zwischen DM 1.-- und DM 2.50 pro Monat (siehe tabellarische Informationen).
(Käthe Drees, Arbeitsgemeinschaft bürgerschaftliches Engagement und Senioreninitiativen Hessen (ARBES))
Die eingetragenen Vereine unter den Initiativen haben auch eine Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus wurden teilweise Versicherungen für Rechtsschutz, zum Schutz der Büroeinrichtung oder von Gebäudeschäden abgeschlossen, außerdem Versicherungen für alle Schäden, die mit der Nutzung privater PKW zusammenhängen.
Siehe auch "Versicherung für Ehrenamtliche" und tabellarische Informationen.
Hilfen und Begleitungen außerhalb der Wohnung werden besonders häufig nachgefragt. Bei Hilfen in der Wohnung ist die Entlastung pflegender Angehöriger ein deutlicher Schwerpunkt, denn seit Einführung der Pflegeversicherung sind die Abrechnungsmöglichkeiten der professionellen Pflegedienste für Hilfen im psychosozialen Bereich sehr begrenzt. "Wenn der Sozialdienst geht, kommt die Seniorenhilfe".
Inzwischen engagieren sich schon länger bestehende Initiativen über die Nachbarschaftshilfe hinaus auch in Projekten, z.B. in der Wohnraum- und Sicherheitsberatung, Hospizarbeit, Betreuung nach dem hess. Betreuungsgesetz (siehe Tabellarische Informationen). Die in diesen Bereichen tätigen Mitglieder erhalten neben einer Einführung auch eine kontinuierliche Begleitung, die von den Initiativen selbst organisiert wird.
Die Vernetzung mit Angeboten anderer Institutionen streben fast alle an, aber es ist nicht leicht, dieses Ziel zu erreichen, weil vielerorts Vorbehalte bestehen. Das erklärte Ziel aller Initiativen ist jedoch, ergänzende Angebote zu schaffen und nicht in Konkurrenz zu treten.
Darüber hinaus ist auch ein wichtiges Anliegen der Initiativen, neue Beziehungen zur Nachbarschaft und zu den Bewohnern(innen) des Stadtteiles zu stiften und zu pflegen.
Die "Kennenlern-Angebote" für
Mitglieder umfassen u.a.:
- Regelmäßige (satzungsgemäße) Mitgliederversammlungen
- geselliges Beisammensein
- Ausflugsfahrten und Reisen
- Vorträge, Gesprächsforen
- Fortbildungsveranstaltungen.
"Gemeinnützige Vereine leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines lebendigen Gemeinwesens, in dem sich die vielfältigen ideellen Interessen und Bestrebungen seiner Bürger entfalten"
Der Verein muß seine mildtätigen Aktivitäten Hilfsbedürftigen unmittelbar zukommen lassen. Er darf also den Hilfsdienst nicht vermitteln, sondern muß unmittelbar hilfreich tätig werden. Die Hilfsbedürftigkeit ist eine wichtige Voraussetzung (des Nachbarn Rasen mähen, weil er in die Ferien gefahren ist, wird nicht als Hilfsbedürftigkeit anerkannt).
Die gemeinnützigen Ziele des Vereins müssen in der Vereinssatzung im Sinne einer Arbeitsbeschreibung verankert sein.
(Hartwig Ellmer; Arbeitsgemeinschaft bürgerschaftliches Engagement und Seniorengenossenschaften in Hessen (ARBES))
Es gibt hierzu einen besonderen Fragebogen, in den aktualisierte Daten bestehender Initiativen eingetragen werden und neue sich bekannt machen können.
ARBES Hessen e.V.
"Bürgerschaftliches Engagement in Hessen"
zu beziehen über: Leitstelle
Älterwerden, Berliner Straße 60, 63065 Offenbach
Hummel, Konrad (Hrsg.): "Bürgerengagement, Seniorengenossenschaften, Bürgerbüros", Freiburg l995
"Landesstudie Bürgerschaftliches
Engagement in Baden-Württemberg"
Sozialministerium Baden-Württemberg , Schellingstr.
15, 70174 Stuttgart
Jansen, Mechtild; Perabo Christa (Hrsg.) Hessen engagiert ,
Schriftenreihe der Landeszentrale für politische Bildung, Nr. 27, Wiesbaden l998
"Steuerwegweiser für gemeinnützige
Vereine"
Hrsg. Hessisches Ministerium für Finanzen, Friedrich-Ebert-Allee 8 , 65185 Wiesbaden
Stiehr, Karin: "Versicherungsschutz im
sozialen Ehrenamt"
Verlag Peter Wiehl l999, DM 7.80
Leitstelle Älterwerden, Berliner Str. 60, 63065 Offenbach
Kuratorium Deutsche Altershilfe - Internet: www.kda.de
Seniorweb Universität Bonn - Internet: www.seniorweb.uni-bonn.de
Bitte ausgefüllt senden an:
ARBES Hessen, z. Hd. Karl Schmidt,
Reichenberger Str. 4, 63500 Seligenstadt
Folgende Angaben sind dort zu machen
| Initiative
Adresse Internet-Adresse E-Mail-Adresse Telefon Fax Sprechstunden: |
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| Allgemeine Angaben | |
| gegründet | |
| Einwohnerzahl im Arbeitsumfeld | |
| Mitgliederzahlen | |
| Räume für Büroarbeiten, Mietkosten / Umlagen | |
| Räume für Mitgliedertreffen | |
| Finanzen: / Versicherungen | |
| Anschubfinanzierung | |
| Mitgliedsbeiträge | |
| Verrechnung der Hilfen ohne Zeitguthaben | |
| Unfall (Berufsgenossenschaft) | |
| Haftpflicht Personen- / Sachschäden | |
| Auto-Vollkasko / Rückstufung | |
| Rechtsschutz / Gebäude / Büroinventar | |
| Arbeitsschwerpunkte | |
| neben Nachbarschaftshilfe am häufigsten geleistete Dienste | |
| bes. Projekte incl. Einführung und nachfolgender Begleitung | |
| Angebote für Mitglieder | |
| z.B. Rundbrief, Mitgliedertreffen, Geselligkeit, Fahrten, Verleih etc. | |
| Mitarbeiter/in
erleidet ... (bei satzungsgemäßer Tätigkeit, verschuldet oder unverschuldet, gleichgültig ob zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Kfz, Moped oder Fahrrad) |
Schadensregulierung |
| ... einen Körperschaden durch Unfall auf dem direkten Weg von, zu oder während ... | |
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| ... einen Körperschaden durch ... | |
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| ... einen Sachschaden an privatem Eigentum ... | |
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a) durch eigenes Verschulden (incl. Selbstbeteiligung und Rückstufung). |
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b) durch fremdes Verschulden (z. B. Verkehrsteilnehmer) |
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| Der/die Mitarbeiter/in verursacht einen Sachschaden ... | |
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| Körperschaden von Insassen im benutzten PKW ... | |
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