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JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

6. Jahrgang 2006; Nr. 12

Neue Internationale Richtlinien fü die kardiopulmonale Reanimation
(CPR Guidelines 2005)

Vor fünf Jahren wurden erstmals die ILCOR-Guidelines zur kardiopulmonalen Reanimation als international gültiger Standard veröffentlicht. Am 28.11.2005 erschienen die überarbeiteten ERC/ILCOR-Richtlinien 2005. Sie sind unter www.erc.edu im Internet abrufbar. Nachfolgend werden die wichtigsten Neuerungen hervorgehoben.
BLS – Basic Life Support bei Erwachsenen

  • Für Laien wird keine Pulskontrolle mehr empfohlen. Nach Feststellung des Atemstillstandes ist sofort mit der Thoraxkompression zu beginnen.
  • Die Beatmungszeit für eine Beatmung liegt nicht mehr bei 2 Sekunden, sondern bei Ga. einer Sekunde.
  • Der Druckpunkt liegt in der Mitte des Brustbeins. Das Aufsuchen mit der „Fingerregel” entfällt.
  • Wichtige Neuerung: Das Kompressions-Nentilationsverhältnis liegt bei 30 : 2 und nicht wie bislang bei 15 : 2!
  • Bei Erwachsenen wird direkt nach Feststellung des Herzkreislauf-Stillstandes (HKS) mit der Thoraxkompressionen begonnen, nicht wie bislang mit 2maliger Beatmung.
  • Bei ausreichender Helferzahl sollte der die Kompression Durchführende nach 2 Minuten abgelöst werden.
AED – Automatischer Externer Defibrillator (AED)
  • Öffentliche Defibrillationsprogramme werden empfohlen, wenn mindestens ein HKS in zwei Jahren auftritt.
  • Sollte der HKS beobachtet sein, soll die Defibrillation ohne zeitliche Verzögerung durchgeführt werden.
  • Ein einziger Schock (mindestens 150 J biphasisch oder 360 J monophasisch) wird abgegeben, unmittelbar gefolgt von 2 Minuten ununterbrochener CPR, erst dann folgt wieder ein Kreislauf-Check.
ALS – Advanced Life Support bei Erwachsenen
  • CPR vor Defibrillation.
  • Bei unbeobachtetem, außerklinischem HKS sollte professionelles medizinisches Personal zunächst 2 Minuten reanimieren (5 Zyklen 30 : 2), bevor defibrilliert wird.
  • Keine Verzögerung des Schocks, wenn HKS durch Personal beobachtet wird.
  • Bei innerklinisch beobachtetem Herzstillstand wird ebenfalls sofort defibrilliert.

Defibrillationsstrategien

  • Es wird nur noch eine Defibrillation empfohlen. Keine Serie von drei Schocks.
  • Nach der Defibrillation folgen immer 2 Minuten C PR (5 Zyklen 30 : 2) ohne vorher Rhythmus oder Puls zu überprüfen.
  • Nach 2 Minuten wird der Patient wieder kontrolliert und ggf. wieder defibrilliert.
  • Die empfohlene initiale Energie für biphasische Geräte liegt bei 150 - 200 Joule. Für den zweiten und alle anderen Schocks wird eine Energie zwischen 150 und 360 Joule empfohlen.
  • Mit monophasischen Geräten wird bei Erwachsenen ausschließlich mit 360 Joule defibrilliert.
  • Bei Unsicherheit, ob feines Flimmern oder Asystolie vorliegt, wird zunächst die CPR und keine Defibrillation empfohlen.
Medikamente
  • Adrenalin wird bei allen Formen des HKS empfohlen. Dosierung: 1 mg alle 3-5 Minuten. Bei VT/VF vor der 3. Defibrillation, bei Asystolie und pulsloser elektrischer Aktivität, sobald Zugang liegt.
  • Amiodaron nach 3 erfolglosen Defibrillationsversuchen vor der vierten Defibrillation. Dosierung: 300 mg. Sollte VF persistieren, Gabe von weiteren 150 mg.
  • Lidocain nur noch, wenn kein Amiodaron zur Verfügung steht. Kein Lidocain, wenn vorher Amiodaron gegeben wurde.
  • Eine Thrombolyse soll bei V. a. Lungenembolie schnellst möglich durchgeführt werden. Auch ist sie bei V. a. Myokardinfarkt zu erwägen, wenn alle anderen Maßnahmen gescheitert sind und nicht zu einer Wiederherstellung eines Spontankreislaufs führen.

Alle „Healthcare-Professionals” sollten möglichst bald Auffrischungskurse zur CPR nach den neuen Guidelines besuchen. Wie erste eigene Erfahrungen zeigen, erfordert das 30 : 2 Kompressions-/Ventilationsverhältnis größere Konzentration und das reibungslose Ablösen bei der Kompression alle 2 Minuten erhebliche Übung. Die Hersteller der AED sind aufgefordert, möglichst schnell Up-Date-Programme auf die Geräte aufzuspielen.

Martin Dürsch, Frankfurt

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte an die Fax-Nr. 089/57095-126.
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