Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 13

Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH)
zur Hochdruckbehandlung 2003 (2)

Grundprinzipien der Arzneimitteltherapie
Ende 2002 wurde die in den USA durchgeführte ALLHAT-Studie1 veröffentlicht, deren Autoren sehr verkürzt aus der Studie folgerten: „Diuretika vom Thiazid-Typ sind überlegen, um einer oder mehreren Formen von kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen und sie sind weniger teuer. Sie sollten für den ersten Schritt der antihypertensiven Behandlung den Vorzug erhalten.”
Diese Schlussfolgerung mag für eine Bevölkerung mit hohem afroamerikanischen Patientenanteil mit geringerem Ansprechen auf Betablocker, ACE-Hemmer und AT1-Blocker partiell gerechtfertigt sein; sie ist jedoch wegen ungünstiger Einflüsse auf den Glukose- und Lipidstoffwechsel nicht auf sämtliche Bevölkerungsgruppen in den USA und insbesondere nicht auf europäische Verhältnisse übertragbar und wurde entsprechend infrage gestellt.
Im Mai 2003 wurde der JNC 7-Report 2, der dieser Therapieempfehlung folgte, vom Joint National Committee on Prevention, Detection, Evaluation; and Treatment der USA veröffentlicht. Es folgten im Juni 2003 Empfehlungen der European Society of Hypertension (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC), die wie bisher Betablocker, Diuretika, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer und AT1-Blocker als gleichwertig für die initiale Monotherapie bezeichnen und für die Kombinationstherapie Kombinationen ohne Diuretika ebenfalls akzeptieren.3 Durch die Präferenz der Thiaziddiuretika im JNC 7-Report unterscheiden sich die amerikanischen Therapieempfehlungen akzentuiert von denen der europäischen Gremien.
Die europäischen Empfehlungen,3 die weitgehend mit den Empfehlungen zur Hochdruckbehandlung der Deutschen Hochdruckliga aus dem Jahre 20024 übereinstimmen, gehen sehr ausführlich auf das kardiovaskuläre Risikomanagement von Hochdruckpatienten ein und weisen darauf hin, dass sämtliche Risikofaktoren behandelt werden müssen, und zwar um so intensiver

Literatur: 1. The ALLHAT Officers and Coordinators (2002) Major Outcomes in High-Risk Hypertensive Patients Randomized to Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitor or Calcium Channel Blocker vs Diuretic. JAMA 288: 2981–2997 [Full text, pdf-File] 2. Chobanian AV, Bakris GL, Black HR et al. (2003) The Seventh Report of the Joint National Committee on Prevention, Detection, Evaluation, and Treatment of High Blood Pressure. The JNC 7 Report. JAMA 289: 2560-2572 [Abstract, Full text] 3. Guidelines Committee (2003) 2003 European Society of Hypertension-European Society of Cardiology. Guidelines for the management of arterial hypertension. J Hypertension 21: 1011-1053 [Full text pdf-file] 4. Deutsche Hochdruckliga (2002). Empfehlungen zur Hochdruckbehandlung. 17. Aufl. 5. Deutsche Hochdruckliga (1999). Hochdruck in der Schwangerschaft und während der Stillperiode. 4. Aufl.
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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