MANAGEMENT HYPERTONIE| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte |
5. Jahrgang 2005; Nr. 13 |
| Körperliche Aktivität und Sport bei arterieller Hypertonie Teil I: Therapeutischer Nutzen |
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Spektrum der non-pharmakologischen "Allgemeinmaßnahmen" haben sich ausdauerorientierte, sportliche bzw. körperliche Aktivitäten zu einem wesentlichen therapeutischen Prinzip der arteriellen Hypertonie etabliert. Diesen Status reflektieren die aktuellen Empfehlungen der verschiedenen nationalen und internationalen Hyper-tonie-Fachgesellschaften, in denen regelmäßige körperliche Aktivitäten explizit empfohlen werden1,2. Im Folgenden soll zunächst eine kurze Darstellung des therapeutischen Nutzens körperlicher/sportlicher Aktivitäten bei arterieller Hypertonie vorgenommen werden (Teil I), um anschließend eine kritische Wertung verschiedener Sportarten hinsichtlich ihrer Eignung und Praktikabilität für den Hochdruckpatienten vorzunehmen (Teil II). rtliche bzw. körperliche Aktivitäten werden erst dann zu einem gesundheitswirksamen Training, wenn sie geplant, strukturiert, dosiert und regelmäßig stattfinden. Unter diesen Voraussetzungen werden eine Reihe kardiopulmonaler, metabolischer und humoraler Effekte vermittelt, die sich nicht nur blutdrucksenkend auswirken, sondern das kardiovaskuläre Risikoprofil insgesamt nachhaltig verbessern3,4,5,6. Hierzu gehören u. a.:
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Die Metaanalyse der bisher durchgeführten kontrollierten klinischen Studien3,7 dokumentiert ein antihypertensives Potential ausdauerorientierter körperlicher/sportlicher Aktivitäten von 7 - 9 mm Hg systolisch und 5 - 7 mm Hg diastolisch und ist damit vergleichbar mit einer medikamentösen Monotherapie. Darüber hinaus fand sich eine günstige Beeinflussung des Belastungsblutdruckes sowie des Blutdrucktagesprofils. Die Blutdrucksenkung war um so ausgeprägter, je höher die Blutdruckausgangslage war. Es bestanden keine signifikanten Geschlechts- und Altersunterschiede hinsichtlich der antihypertensiven Effizienz der Bewegungstherapie. Die parallele Absenkung der Herzfrequenz, sowohl in Ruhe als auch unter Belastungsbedingungen, führte zu einer Reduktion des myokardialen Sauerstoffverbrauches. In der Regel wurden Ausdauerbelastungen über 30 - 60 min in einer Intensität von 40 - 70 % der maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität an mindestens 2 - 3 Tagen pro Woche durchgeführt. In den meisten Studien stellte sich bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Verbesserung der subjektiven Lebensqualität ein. Hinsichtlich eines Krafttrainings liegen derzeit deutlich weniger wissenschaftlich basierte Untersuchungen vor. Mehrere kleine Studien zeigen jedoch, dass ein ergänzendes, dosiertes isometrisches Training in niedriger Intensität, insbesondere bei assoziiertem metabolischen Syndrom, durchaus günstige Effekte haben kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch die korrekte Durchführung des Trainings in Verbindung mit einer begleitenden sportmedizinischen Betreuung. Hans-Georg Predel, Köln |
| 1 European Society of Hypertension Guidelines Committee, European Society of Cardiology guidelines for the management of arterial Hypertension(2003) J Hypertens 2 Deutsche Hochdruckliga Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie (2003) www.hochdruckliga.de/guidline.htm 3 Pescatello, LS, Franklin BS, Fagard R et al. Exercise and Hypertension (2004) Med Sci Sports Exerc 36(3): 533-553 4 Hollmann W, Hettinger Th. (2000) Sportmedizin - Grundlagen für Arbeit, Training und Präventivmedizin. Schattauer-Verlag, Stuttgart/New York (4. Auflage) 5 Predel HG (2002) Fit instead of fat. Exercise as therapy for overweight hypertensive patients. MMW Fortschr Med, Jul 11; 144(27-28): 43-4 6 Rost R (2005) Sport- und Bewegungstherapie bei Inneren Krankheiten. Deutscher Ärzteverlag, Köln 7 Whelton SP, Chin A, Xin X, He J (2002) Effect of aerobic exercise on blood pressure: A meta-analysis of randomized, controlled trials. Ann Int Med 136: 493-503 [Abstract, PDF] |
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