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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

4. Jahrgang 2004; Nr. 16

Blutdruckmessung bei peripherer Verschlusskrankheit
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird nach Fontaine anhand von klinischen Symptome in ihre Stadien eingeteilt. Eine Objektivierung des Schweregrades der Erkankung ist besonders bei Begutachtungen nötig und kann mit der dopplersonographischen Messung des systolischen Blutdrucks erfolgen.
Eine valide Aussage basiert in der Regel auf Messungen an sechs Messpunkten: A. brachialis bds., A. tib. post. bds. und A. dors. ped. bds.. Die Messungen sollen zügig hintereinander erfolgen. Der Manschettendruck ist rasch auf suprasystolische Werte zu bringen, die Deflation der Manschette muss hingegen langsam (2 mm Hg/sec) nach den Regeln der Riva-Rocci-Blutdruckmessung erfolgen. Das erste rhythmische Strömungseräusch gilt als Messwert. Der Patient muss vor der Messung mindestens 15 min Ruhe eingehalten haben.
Bei einer Seitendifferenz von über 20 mm Hg an den oberen Extremitäten muss der Verdacht auf eine Stenose der A. subclavia auf der Seite mit dem niedrigeren Druck geäußert werden.
An der unteren Extremität wird der Blutdruck in der Regel in Relation zur oberen Extremität bewertet. Neben der Bewertung des absoluten Blutdrucks wird meist der tibiobrachiale Index als Kriterium herangezogen. Dieser Index berechnet sich für jede Extremität getrennt aus dem Quotient vom jeweils höchsten Fußdruck zum höchstgemessenen Druck an den Armen. Der Index ermöglicht dann eine Stadieneinteilung, wie sie in der folgenden Tabelle niedergelegt ist:

Stadiumtibiobrachialer Index
Mediasklerose> 1,25
Normal> 0,95 bis < 1,25
I0,95 bis 0,91
IIa0,90 bis 0,71
IIb0,70 bis 0,51
III - IV0,50 und weniger

Es ist wichtig zu wissen, dass die dopplersonographischen Stadien, die aus dem tibiobrachialen Index abgeleitet

werden, nicht mit den klinischen Stadien nach Fontaine übereinstimmen, da sie nicht die absolute Druckhöhe berücksichtigen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, für die klinische Gesamtbeurteilung auch die absoluten Blutdruckwerte zu beachten, die eine Stadieneinteilung zulassen, die sich der rein klinischen Einteilung nach Fontaine besser annähert:

Stadiumsystol. Druck (mm Hg)
 absolute Differenz Bein minus Arm
Mediasklerose> +40
Normal-5 bis +40
I-5 bis -15
absoluter lokaler Druck
I (vollkompensiert)> 100
IIa> 80
IIb80-51
III (Ischämie)50-31
IV (Ischämie)> 30

Im Belastungstest mit Zehenständen (z. B. 30/min bei V. a. Oberschenkeltyp) oder Kniebeugen (z. B. 20/min bei V. a. Beckentyp) sinkt der Blutdruck beim Gesunden bis 30% ab. Bei relevanten Stenosen sinkt er deutlich stärker ab. Der Wiederanstieg auf die Ausgangswerte erfolgt beim Gesunden binnen 1 min, beim Gefäßpatienten deutlich verzögert (oft erst nach 5 bis 20 min).
Häufige Fehlerquellen sind eine falsche Platzierung der Messmanschette, Instabilität der Dopplersonde bei der Messung oder eine zu feste Sondenauflage. Zu hohe Werte werden bei sklerosierenden Ödemen und Mediasklerose gemessen. Letztere ist besonders häufig bei Patienten mit Diabetes mellitus und Dialysepatienten zu beobchten und schließt eine korrekte Bewertung der Dopplerdrucke aus! Falsch niedrige Werte werden am häufigsten nach fehlender Ruhephase vor der Messung erhoben.

Gerd Bönner, Bad Krozingen

Literatur: 1. Neuerburg-Heusler D, Hennerici M (1995) Gefäßdiagnostik mit Ultraschall. Thieme 2. Auflage 2. Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (2003) pAVK PDF und pAVK (PDF, Kurzfassung). AKDAE 2. Auflage 3. Rieger H, Schoop W (1998) Klinische Angiologie. Springer 4. Schulte KL (1998) Kappert Lehrbuch und Atlas der Angiologie. Verlag Hans Huber 13. Auflage
Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte an die Fax-Nr. 089/57095-126.
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