Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 01

Antikoagulation bei Patienten mit Vorhofflimmern

Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste, länger anhaltende Herz-Rhythmusstörung. Die häufigste Begleiterkrankung ist die Hypertonie.
Die folgenschwersten Komplikationen sind zerebrale und systemische Embolien. 10 – 15 % aller Schlagan-fälle sind auf VHF zurückzuführen, bei > 75-jährigen ist es die häufigste Ursache für Schlaganfälle. Patienten mit valvulärem VHF haben das höchste Risiko für Thrombo-embolien (TE). Sowohl bei diesen als auch bei Patienten mit nicht-valvulärem VHF ist eine Risikofaktoren-stratifizierung für TE anhand der Risikofaktoren möglich.

 Relatives Risiko
Früherer Schlaganfall/TIA2,5
Diabetes mellitus1,7
Anamn. Hypertonie1,6
Koronare Herzerkrankung1,5
Herzinsuffizienz1,4
Höheres Lebensalter, > 75 Jahre1,4

Ein weiterer RF ist die Ejektionsfraktion < 35 % sowie die Hyperthyreose. Bei Patienten < 60 Jahren ohne Begleiterkrankungen beträgt die jährliche Schlaganfallrate 1,3 %, bei Hypertonie 2,8 %, bei weiteren RF 3,3 %, bei Patienten mit RF und früherem Schlaganfall oder TIA 10 – 12 % pro Jahr trotz ASS-Therapie. Die Echokardiographie hat einen hohen Stellenwert zur Risikostratifizierung: zur Bestimmung der LV-Funktion, Größe des linken Vorhofes, des linken Vorhofohres, spontanen Echokontrastes im linken Vorhof, verminderter Flussgeschwindigkeit im linken Vorhofohr sowie komplexe atheromatöse Plaques in der Aorta thoracalis im TEE, die mit einer erhöhten TE-Rate verbunden sind. Eine Metaanalyse der bisher publizierten Studien (ASASAK, SPAF, BAATAK, CAFA, SPINAF, EAFT) zeigt die hohe Wirksamkeit der oralen Antikoagulation zur Prävention von Schlaganfällen mit einer Risikoreduktion von 61 % im Vergleich zu Plazebo. Dies gilt sowohl für primäre als auch sekundäre Prävention.
Die Wirksamkeit von ASS ist mit einer 19 %-igen Schlaganfallreduktion deutlich niedriger. Nach den ACC/AHA/ESC-Richtlinien 20011 ist bei Patienten mit nicht-valvulärem VHF unter 60 Jahren, ohne Herzerkrankung, keine Therapie erforderlich. Bei Patienten unter 60 Jahren mit Herzerkrankung ohne zusätzliche RF, genügt ASS 300 mg täglich. Bei allen

Literatur: 1. Fuster V, Ryden LE, Asinger RW, et al. (2001). ACC/AHA/ESC guidelines for the management of patients with atrial fibrillation: executive summary. J Am Coll Cardiol 38(4):1231–1266 [Pubmed Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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