MANAGEMENT HYPERTONIE| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte |
6. Jahrgang 2006; Nr. 2 |
| Der primäre Hyperaldosteronismus – häufig übersehen? |
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Beim primären Hyperaldosteronismus ist die Reninaktivität aufgrund der autonomen Aldosteronsekretion supprimiert. Daher lässt ein erhöhter Aldosteron-Renin-Quotient einen primären Hyperaldosteronismus vermuten. Mit steigender Anwendung dieses Screenings sehen wir den normokaliämischen Hyperaldosteronismus zunehmend häufiger1, möglicherweise bei bis zu 10 % der Hypertoniker. Das Selektionsprinzip „Hypokaliämie ohne Antihypertensiva“ ergab hingegen früher Prävalenzwerte des primären Hyperaldosteronismus um 0,5% der Hypertoniker. |
Differenzierung erfolgt durch seitengetrennte Messung des Aldosteron/Cortisol-Koeffizienten im Nebennierenvenenblut. Diese aufwendige Untersuchung ist aber nicht in jedem Fall zwingend notwendig. Die Maßnahmen in Abb. 1 sind ein Kompromiss zwischen vertretbarem Aufwand und diagnostischem Anspruch. Ein Patient unter 40 Jahren mit einem Adenom > 1 cm und morphologisch unauffälliger kontralateraler Nebenniere kann operiert werden. Bei Älteren sind Adenome relativ seltener und der Operationserfolg geringer. Daher ist bei Älteren mit Adenom > 1 cm die seitengetrennte Nebennierenvenenblutentnahme sinnvoll, ebenso bei mehrdeutiger Morphologie und hoher Wahrscheinlichkeit eines aldosteronproduzierenden Adenoms. Wenn aber nach klinischen Kriterien ein Adenom wenig wahrscheinlich ist, kann auch direkt medikamentös therapiert werden. Durch die neuen Screening- und Diagnose-Verfahren ist der primäre Hyperaldosteronismus von einer Rarität zu einer relevanten diagnostischen Alternative geworden. Ferner bewerten wir den natürlichen Verlauf des idiopathischen Hyperaldosteronismus im Gegensatz zum aldosteronproduzierenden Adenom neu: Normales Kalium und weniger schwere Hypertonie prägen das Bild des idiopathischen Hyperaldosteronismus und lassen die Grenzen zur low renin-Hypertonie unschärfer werden. Walter Zidek, Berlin |
| 1 Mulatero P, Stowasser M, Loh K-Ch, et al. (2004) Increased diagnosis of primary aldosteronism, including surgically correctable forms, in centers from five continents. J Clin Endocrinol Metab 89: 1045-1050 [Full text] 2 Auchus RJ (2003) Auchus RJ (2003) Aldo is back: recent advances and unresolved controversies in hyperaldosteronism. Curr Opin Nephrol Hypertens 12: 153-158 Aldo is back: [Abstract] |
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