MANAGEMENT HYPERTONIE| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte |
5. Jahrgang 2005; Nr. 3 |
| Pioglitazon mehr als ein reines Antidiabetikum! Ergebnisse der PIONEER-Studie |
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Das metabolische Syndrom ist pathophysiologisch charakterisiert durch die Insulinresistenz mit konsekutiver Hyperinsulinämie. Die begleitende Hypertonie wird direkt mit dem Hyperinsulinismus in Verbindung gebracht. Es ist bisher aber nicht geklärt, ob eine medikamentöse Beein-flussung der Insulinresistenz auch die erwähnten Folgen beseitigen oder zumindest abschwächen kann. Die Thiazolidindione sind Aktivatoren des Peroxisomal-Proliferator-aktivierten Rezeptors Typ gamma (PPAR-Gamma). Diese Kernrezeptoren regulieren die Expression verschiedener Gene im Glukose- und Fettstoffwechsel und wirken lokal antiinflammatorisch und antiatherosklerotisch. Die endotheliale Dysfunktion bessert sich in vitro nach Aktivierung dieser Rezeptoren. Über eine Stimulation von Adiponec-tin und Reduktion von Resistin erhöhen sie die Insulin-empfindlichkeit und schwächen so die Insulinresistenz ab. In Tierexperimenten konnte gezeigt werden, dass unter Pioglitazon über die PPAR-Gamma-Stimulation der Blutdruck sank, die Intima-Media-Dicke der großen Leitgefäße abnahm und die endotheliale Dysfunktion sich bes-serte. Die Frage, ob diese Veränderungen auch auf Patienten mit Diabetes mellitus zu übertragen sind, zu klären, war das Hauptziel der PIONEER-Studie |
Das HbA1c fiel in der Pioglitazongruppe (P) nach 12 Wochen um 0,44 %, in der Glimepiridgruppe (G) um 0,51 %. Nach 24 Wochen war das HbA1c in P um 0,8 % und in G um 0,6 % gefallen (P vs G: n.s.). Der Nüchtern-Insulinspiegel fiel in P
-4,69 und stieg in G 0,37 mU/l (P vs G: p < 0,0001). Der Blutdruck fiel -9,4/-4,4 mm Hg in P und -1,4/1,2 mm Hg in G (P vs G p < 0,008). Die Intima-Media-Dicke (IMT) ging nach 12 Wochen in P um 0,033 mm und in G um 0,002 mm (P vs G: p < 0,001) zurück. Nach 24 Wochen war die Änderung in der IMT -0,054 mm vs -0,011 mm (p < 0,0001). Es fand sich eine enge Korrelation zwischen Änderung in der IMT und im Nüchtern-Insulinspiegel. Ein unterschiedliches Nebenwirkungsprofil fand sich bezüglich der Körpergewichtszunahme (P 20 vs G 2) und der Ausbildung von Unterschenkelödemen (P 21 vs G 2). Gerd Bönner, Bad Krozingen |
| Literatur: 1. Langenfeld M et al. (2005) Pioglitazone decreases carotid intima-media thickness independent of glycemic control in patients with type 2 diabetes mellitus. Circulation (in press) 2. Satoh N, Ogawa Y, Usui T, et al. (2003) Antiatherogenic effect of Pioglitazone in type 2 diabetic patients irrespective of the responsiveness to its antidiabetic effect. Diabetes Care 26: 2493–2499 [Full text] 3. Bots ML, Hoes AW, Koudstaal PJ, et al. (1997) Common carotid intima-media thickness and risk of stroke and myocardial infarction: The Rotterdam Study. Circulation 96: 1432–1437 [Full text] 4. Pasceri V, Wu HD, Willerson JT, et al. (2000) Modulation of vascular inflammation in vitro and in vivo by peroxisome proliferator-activated receptor-gamma activators. Circulation 101: 235 [Full text] 5. Takagi T, Yamamuro A, Tamita K, et al. (2003) Pioglitazone reduces neoinitimal tissue proliferation after coronary stent implantation in patients with type 2 diabetes mellitus: an intravascular ultrasound scanning study. Am Heart J 146(2): E5-E33 [Full text] |
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