Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 11

Kontrovers diskutiert: neue Hochdruckempfehlungen in den USA (JNC 7)

Mitte Mai 2003 wurden neue amerikanische Empfehlungen zur Prävention, Erfassung, Diagnostik und Behandlung des hohen Blutdrucks durch das Joint National Committee (JNC) im Auftrag des National Heart, Lung and Blood Institute anlässlich der diesjährigen Tagung der American Society of Hypertension veröffentlicht 1. Bei diesen JNC-7-Guidelines handelt es sich um eine Kurzfassung im Sinne einer praxis-orientierten Empfehlung, die durch eine ausführliche Fassung ergänzt werden soll, die im Laufe des Jahres publiziert werden wird.

Seit der letzten, immerhin vor sechs Jahren publizierten Empfehlung (JNC-6) sind eine Reihe großer Studien zur Prävention und Behandlung der Hypertonie abgeschlossen worden. Was hat sich danach in JNC-7 gegenüber JNC-6 verändert?

Um eine Entwicklung zur Hypertonie durch präventive Maßnahmen in der Bevölkerung wirksamer als bisher zu verhindern, wird eine neue Klassifikation des Blutdrucks empfohlen, die vor allem den bisherigen Normalbereich des Blutdrucks betrifft. Während bisher Blutdruckwerte < 120/80 mm Hg als optimal, < 130/85 als normal, 130–139 und diastolisch 85–89 als ‚high'-normal klassifiziert wurden, gelten jetzt laut JNC-7 Blutdruckwerte systolisch < 120 und diastolisch   80 mm Hg als normal. Personen mit einem Blutdruck im Bereich von systolisch 120–139 bzw. diastolisch 80 – 89 mm Hg werden als prähypertensiv klassifiziert. Unverändert beginnt beim Grenzwert von systolisch 140 bzw. diastolisch 90 mm Hg der hypertensive Be-reich. Die Hypertoniestadien 2 und 3 werden zusam-mengefasst zum neuen Stadium 2 (> 160 / > 100 mm Hg).

Ob es sinnvoll ist, bei Blutdruckwerten ab 120/80 mm Hg bereits von ‘Prehypertension’ zu sprechen, erscheint zumindest fraglich und bedarf weiterer Diskussionen.

Im JNC-7 wird zur Begründung auf die bekannte Tatsache verwiesen, dass auch im prähypertensiven Be-reich die kardiovaskuläre Komplikationsrate kontinuierlich mit der Blutdruckhöhe ansteigt, und das unabhängig von anderen Risikofaktoren. Andererseits ist kritisch einzuwenden, dass für diesen Blutdruckbereich keine großen, über einen längeren Zeitraum durchgeführten Studien vorliegen, die beweisen,

Literatur: 1. Chobanian AV, Bakris GL, Black HR, et al. (2003) The Seventh Report of the Joint National Committee on Prevention, Detection, Evaluation, and Treatment of High Blood Pressure. The JNC 7 Report. JAMA 289: 2560–2572 [Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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