Journal by FaxMANAGEMENT HYPERTONIE
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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, Bad Krozingen; H.-D. Faulhaber, Berlin; M. Middeke, München; P. Stolte, Münster

8. Jahrgang 2008; Nr. 2

Messung des zentralen Aortendrucks – Teil I: Physiologie und Messmethoden

Die vom Herzen in der Systole erzeugte Druckwelle breitet sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 – 9 bei Gesunden und 9 – 16 m/s bei Patienten mit erhöhter arterieller Gefäßsteifigkeit aus. Diese initale Druckwelle wird an Orten, an denen sich der Druckwelle Widerstand bietet (Gefäßaufzweigungen oder Widerstandsgefäße) reflektiert. Da an vielen Orten im Gefäßbaum diese Reflexion stattfindet, ergibt sich ein Summationseffekt, welcher die initiale, vom Herzen kommende Druckwelle reflektiert. Abhängig vom zeitlichen Eintreffen und der Höhe der reflektierten Welle verändert diese Pulswellen-Reflexion die aortalen Druckverhältnisse. Die durch die Reflexion bedingte aortale Druckerhöhung wird als Augmentation (Augmen lateinisch: Vermehrung, Zuwachs) bezeichnet. Da die reflektierte Druckwelle bereits in der Systole eintrifft, birgt dieses Phänomen der Pulswellen-Reflexion das Potenzial, für das Herz ungünstige Druckänderungen mit Erhöhung der kardialen Nachlast zu erzeugen. Die aortale Pulskonfiguration hängt somit neben der kardialen Auswurfleistung, dem totalen peripheren Widerstand und der Herzfrequenz entscheidend von der Pulswellen-Reflexion und der aortalen Gefäßsteifigkeit ab.

Bei elastischen Gefäßen nimmt der systolische Druck von der Aorta nach peripher zu, während der diastolische und der mittlere arterielle Blutdruck sich kaum verändern. Dies führt bei elastischen arteriellen Gefäßen zu einer Pulsdruck-Amplifikation zur Peripherie hin. Bei steigender arterieller Gefäßsteifigkeit nimmt die Pulsdruck-Amplifikation ab und der zentrale Druck nähert sich dem peripheren an.

Möglich ist eine Messung per Volumenplethysmographie (Finger), per Tonometrie (A. radialis) oder auch oszillometrisch (A. brachialis), allerdings gibt es bislang noch keine international akzeptierten Validierungsprotokolle für solche Verfahren.

Vergleichsstudien unserer eigenen Arbeitsgruppe zeigen allerdings eine hohe Übereinstimmung zwischen etablierten tonometrischen Verfahren im Vergleich zu neueren oszillometrischen Verfahren1.

Schließlich fehlen international akzeptierte Normwerte für den zentralen Blutdruck und somit hat bislang noch kein Verfahren als nicht-invasive Routinemethode in die tägliche Praxis Einzug gehalten.


Abb. 1: Tonometrisch ermittelte Pulswelle
(T. Mengden, 1999)

Abb. 2: Oszillometrische ermittelte Pulswelle in der A. brachialis
(T. Mengeden 2006)

Die Abb. 1 zeigt die tonometrisch ermittelte zentrale Pulswelle und die dazugehörigen periphern und zentralen Blutdruckwerte (systolische in mm Hg) des Autors anlässlich der ESH-Tagung 1999 in Mailand. Die Abb. 2 zeigt die oszillometrische Pulswelle über der A. brachialis und die daraus ermittelten peripheren und zentralen Druckserte (systolisch in mm Hg) des Autors aus dem Jahr 2006.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Mengden
Med. Klinik und Poliklinik II der Univ.-Klinik Bonn

Literatur: 1. Baulmann J, Schilligs U, Rickert S, Uen S, Düsing R, Cziraki A, Illyes M, Nickenig G Mengden T (2008) A new oscillometric method for assessment of arterial stiffness – Comparison with tonometric and piezo-electronic methods. Journal of Hypertension, in press 2. Agabiti-Rosei E, Mancia G, O’Rourke MF, Roman MJ, Safar ME, Smulyan H, Wang J-G, Wilkinson IB, Williams B, Charalambos Vlachopoulos Ch (2007) Central Blood Pressure Measurements and Antihypertensive Therapy. A Consensus Document. Hypertension 50: 154-160 3. Williams B, Lacy PS, Thom SM, Cruickshank K, Stanton A, Collier D, Hughes AD, Thurston H, O’Rourke M (2006) CAFE Investigators; Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial Investigators; CAFE Steering Committee and Writing Committee. Differential impact of blood pressure-lowering drugs on central aortic pressure and clinical outcomes. Circulation 113: 1213–1225 4. London GM, Asmar RG, O'Rourke MF, Safar ME (2004) REASON Project Investigators. Mechanism(s) of selective systolic blood pressure reduction after a low-dose combination of perindopril/indapamide in hypertensive subjects: comparison with atenolol. J Am Coll Cardiol Jan 7;43(1): 92-9
Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte an die Fax-Nr. 089/57095-126.
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