Journal by FaxMANAGEMENT HYPERTONIE
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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, Bad Krozingen; H.-D. Faulhaber, Berlin; M. Middeke, München; P. Stolte, Münster

8. Jahrgang 2008; Nr. 5

Erektile Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion beschreibt das Unvermögen, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Dauer und Intensität der Erektion zu erzielen. Die Erektion erfolgt über eine Dilatation von Helixarterien, was zu einem vermehrten Bluteinstrom in den Penis führt, der über eine Dehnung der Tunica albuginea wiederum den venösen Abstrom blockiert. Eine besondere Bedeutung bei der Blutflusssteigerung hat die Endothelfunktion der Helixarterien, aber auch die des Corpus cavernosus selbst. Große Studien haben gezeigt, dass etwa 10 bis 30 % aller Männer zwischen 40 bis 60 Jahren eine erektile Dysfunktion aufweisen 1.

Bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen findet sich eine Prävalenz der erektilen Dysfunktion von zum Teil über 50 % 2. Eine Ursache liegt möglicherweise in einer endothelialen Dysfunktion, die auch kardiovaskulären Erkrankungen und deren Komplikationen vorangeht. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion tritt die erektile Dysfunktion häufiger als 50 % auf 3.

Bei milder Hypertonie war insbesondere die Gabe von Diuretika (Chlortalidon 50 mg) mit dem Auftreten einer erektilen Dysfunktion assoziiert 5. Eine neuere Studie, bei der die Patienten über die Gabe eines Betablockers mit der Nebenwirkung erektile Dysfunktion aufgeklärt wurden, zeigte, dass insbesondere von dem Wissen der Patienten, dass eine erektile Dysfunktion entstehen

könnte, das mögliche Auftreten dieser Nebenwirkung abhängt 5. Neuere Untersuchungen aus der ONTARGET-Studie haben gezeigt, dass Alphablocker, nicht jedoch Betablocker, ACE-Hemmer, Calciumantagonisten oder AT1-Antagonisten zum Auftreten einer erektilen Dysfunktion assoziiert sind 2. An Ehepaaren, bei denen der männliche Partner wegen eines Hochdrucks mit einem Betablocker behandelt wurde, zeigte die Umstellung auf einen AT1-Antagonisten eine Zunahme der Frequenz des Geschlechtsverkehrs 6.

Die erektile Dysfunktion ist eine Gesundheitsstörung, die besonders häufig bei Hypertonikern mit kardiovaskulären Risikofaktoren oder bereits etablierten Endorganschäden ist. Ihre enge Assoziation zur endothelialen Dysfunktion könnte es in Zukunft erlauben, einen in der Anamnese zu erhebenden Parameter heranzuziehen, der bei männlichen Patienten auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hinweist und möglicherweise sogar prädiktiv für zukünftige kardiovaskuläre Komplikationen ist.

Prof. Dr. Michael Böhm,
Mario Kratz, Dr. Nils Schlimmer,
Dr. Magnus Baumhäkel
Klinik für Innere Medizin,
Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg

Literatur: 1. Braun M, Wassmer G, Klotz T et al (2000) Epidemiology of erectile dysfunction: results of the „Cologne Male Survey“. Int J Impot Res 12: 305-311 [Full text] 2. Böhm M, Baumhäkel M, Probstfield JL, Schmieder R, Yusuf S, Zhao F, Koon T on behalf of the ONTARGET/TRANSCEND ED-Investigators (2007) Sexual function, satisfaction and association of erectile dysfunction with cardiovascular disease and risk factors in cardiovascular high-risk patients: Substudy of the Ongoing Telmisartan Alone and in Combination with Ramipril Global Endpoint Trial/Telmisartan Randomized AssessmeNT Study in ACE-Intolerant Subjects with Cardiovascular Disease (ONTARGET/TRANSCEND). Am Heart J 154: 94-101 [Abstract] 3. Baumhäkel M, Böhm M (2007) Erectile dysfunction correlates with left ventricular function and precedes cardiovascular events in cardiovascular high-risk patients. Int J Clin Pract 61;3: 361-366 [Full text] 4. Grimm Jr RH, Grandits GA, Prineas RJ et al. (1997) Long-term effects on sexual function of five antihypertensive drugs and nutritional hygienic treatment in hypertensive men and women. Treatment of Mild Hypertension Study (TOMHS). Hypertension 29 (1 Pt 1): 8-14 [Full text] 5. Silvestri A, Galetta P, Cerquetani E et al. (2003) Report of erectile dysfunction after therpy with beta-blockers is related to patient knowledge of side effects and is reversed by placebo. Eur Heart J 24: 1928-1932 [Full text] 6. Fogari R, Zoppi A, Poletti L et al. (2001) Sexual activity in hypertensive men treated with valsartan or carvedilol: a crossover study. Am J Hypertens 14: 27-31 [Full text]
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