Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
JOURNAL BY FAX

Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

4. Jahrgang 2004; Nr. 7

Neues vom Angiotensin I-Konversionsenzym und seinen Inhibitoren

Obwohl Inhibitoren des Angiotensin I-Konversionsenzyms (ACE) seit langem in der Therapie von Hypertonie, Herzinsuffizienz und diabetischer Nephropathie etabliert sind, werden immer weitere Erkenntnisse über ihre molekularen Wirkmechanismen und ihren Einfluss auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System gewonnen, die auch eine genauere Abgrenzung vom Wirkspektrum der AT1-Antagonisten ermöglichen.

ACE wird als membranständiges Enzym gebildet, das in allen Organen und v. a. am Endothel vorkommt, aber auch ins Plasma abgegeben wird. Da Angiotensin II (ANG) auch lokal in der Niere, der Gefäßwand und dem Myokard gebildet wird, stellte sich die Frage nach dem eigentlichen Wirkort der ACE-Hemmer, der in jüngster Zeit mit genetischen Deletionsmodellen nachgegangen wurde. Mäuse ohne Expression von ACE sind hypoton und anämisch und weisen tubuläre Nierendefekte sowie eine Beeinträchtigung der männlichen Fertilität auf Dieser Phänotyp entwickelt sich in ähnlicher Weise, wenn nicht die Bildung von ACE, sondern nur seine Assoziation mit der Zellmembran verhindert wird. Das Fehlen von ACE am Endothel kann daqegen durch Expression in der Leber kompensiert werden1.

Die entscheidende Bedeutung von membranärem ACE steht in Übereinstimmung mit der postulierten Bildung von subzellulären Mikrokompartimenten, in denen ACE und die Rezeptoren für Bradykinin und ANG hoch konzentriert gemeinsam vorkommen. Die Kolokalisation bewirkt die hohe lokale Effizienz der ACE-Inhibition, welche die Dosis/Wirkungskurven für beide Hormone bis zum 100-fachen verschiebt und damit die Basis für die Wirksamkeit der ACE-Inhibitoren darstellt 2. Die sterische Nähe ermöglicht weitere Interaktionen, wie eine Dimerisierung von AT1- und Bradykinin B2-Rezeptoren sowie eine verminderte Sequestrierung von B2-Rezeptoren unter ACE-Hemmung. Darüber hinaus erzeugen ACE-Inhibitoren eigene Effekte, unabhängig von der enzymatischen Aktivität

Literatur: 1.1. Fuchs S, Frenzel K, Xiao HD, et al. (2004) Newly recognized physiologic and pathophysiologic actions of the angiotensin-converting enzyme. Curr Hypertens Rep 6: 124-128 [Pubmed Abstract] 2.Tom B, Dendorfer A, Danser AH, et al. (2003) Bradykinin, angiotensin-(1-7) and ACE inhibitors: How do they interact? Int J Biochem Cell Biol 35: 92-801 [Abstract] 3.Danilczyk U, Eriksson U, Crackower MA, et al. (2003) A story of two ACEs. J Mol Med 81: 227-234 [Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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