Journal by Fax MANAGEMENT HYPERTONIE
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Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga
mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH

Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte

3. Jahrgang 2003; Nr. 08

Hypertensive Nephropathie – ein klar abgegrenztes Krankheitsbild?

Der Begriff hypertensive Nephropathie steht für eine meist progrediente Nierenschädigung, die durch eine Hypertonie verursacht, aufrecht erhalten oder verschlimmert wird. Auch andere, teils pathologisch-anatomische Bezeichnungen werden für dieses u. angrenzende Krankheitsbilder verwendet: hypertensive Nephrosklerose, Nephangiosklerose, vaskuläre Nephropathie, ischämische Nephropathie oder renovaskuläre Erkrankung.
Pathophysiologisch steht eine systemische Hypertonie im Vordergrund, die zu intrarenaler Gefäß-, Glomerulo-, und tubulointerstitieller Sklerose führen kann. Je höher der systemische Blutdruck, um so größer ist das Risiko, im Laufe des Lebens niereninsuffizient zu werden 1. Besonders bei malignem Hochdruck mit Durchbrechung der renalen Autoregulation kommt es zu ausgedehnten Gefäßschädigungen bis hin zur fibrinoiden Arteriolonekrose. Hierbei ist ein stark stimuliertes Renin-Angiotensin-Aldosteron-System pathophysiologisch von zentraler Bedeutung. Bei der oft vorliegenden vaskulären Risikokonstellation entwickeln sich arteriosklerotische Veränderungen auch an den Nierenarterien und an der Aorta, von denen Cholesterol-emboli ausgehen können. Zunächst manifestiert sich meist eine einseitige Nierenarterieneinengung, die zur Ver-schlechterung des Hypertonus führt. Beim Voranschreiten der Erkrankung kommt es in bis zu 1/3 d. F. zur beidseitigen Nierenarterienstenose, die zur Entwicklung oder Verschlimmerung einer chronischen Niereninsuffizienz („ischämische Nephropathie” i.e.S.) und bei hochgradigen Einengungen auch zusätzlich einer kardialen Dekompensa-tion führen kann 2.
Die Einschränkung der Nierenfunktion ist ein wichtiges Kriterium zur Untermauerung der Diagnose, ohne dass es allgemein anerkannte Richtlinien zum Ausprägungsgrad der Niereninsuffizienz gibt. Zusätzlich findet sich in vielen Fällen eine Mikroalbuminurie oder Proteinurie, die selten sogar ein nephrotisches Ausmaß annehmen kann. Das Vorhandensein einer Mikroalbuminurie bzw. Proteinurie ist weder spezifisch noch zwingend für die Diagnosestellung; dieser Befund geht aber mit einer ungünstigen kardiovaskulären und wahrscheinlich auch renalen Prognose einher. In der Nierensonographie ist der Nierenkortex verschmälert und bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz finden sich Schrumpfnieren. Die Duplexsonographie kann eine Nierenarterienstenose relativ zuverlässig ausschließen. Unbestritten ist, dass eine hypertensive Nephropathie, besonders bei Älteren, zunehmend häufig Ursache eines terminalen Nierenversagens sein kann. Der QuaSi-Niere Bericht 2000 gibt die Prävalenz einer „vaskulären Nephropathie” bei fast 50.000 Patienten in Nierenersatztherapie in Deutschland

Literatur: 1. Klag MJ, Whelton PK, Randall BL, et al. (1996) Blood pressure and end-stage renal disease in men. N Engl J Med 334(1): 13–18 [Pubmed Abstract] 2. Lenz T et al. (2003) Ischämische Nephropathie – eine häufig übersehene Ursache für chronisches Nierenversagen? Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, im Druck 3. QuaSi Niere Bericht 2000 www.quasi-niere.de 4. The GISEN Group (1997) Randomised placebo-controlled trial of effect of ramipril on decline in glomerular filtration rate and risk of terminal renal failure in proteinuric, non-diabetic nephropathy. Lancet 349(9069):1857ૻ1863 [Pubmed Abstract] 5. August P (2003) Initial treatment of hypertension. N Engl J Med 348(7):610ᡃ617 [Pubmed Abstract]
Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung.
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