 |
MANAGEMENT HYPERTONIE JOURNAL BY FAX
Ein Projekt des Herz-Kreislauf-Telefons der Hochdruckliga mit Unterstützung von Servier Deutschland GmbH |
|
| Wissenschaftlicher Beirat: G. Bönner, H.-D. Faulhaber, M. Middeke, R. Schmieder, P. Stolte |
|
4. Jahrgang 2004; Nr. 8 |
Stress-induzierte Hypertonie | |
Eine gesteigerte zentrale Sympathikusaktivität führt zum Blutdruckanstieg bei der Stress-induzierten Hypertonie. Dies trifft sowohl auf akute Stressreaktionen mit nur kurzfristigem Blutdruckanstieg zu, als auch auf chronischen Stress mit der Entwicklung einer dauerhaften Hypertonie. Bestimmte Menschen werden aber nicht deswegen hyperton, weil sie größerem Stress ausgesetzt sind, sondern weil sie auf Stress anders reagieren.
Kognitive Aspekte und unterschiedliche subjektive Stressverarbeitungsmechanismen (coping) sind für die Blutdruckregulation und Hypertonieentwicklung auf psychosoziale Stressoren verantwortlich. Der zentrale Impuls geht vom inneren Erleben und der Bewertung der Situation aus.
Erste langjährige Beobachtungsstudie1,3,5 konnten den Zusammenhang zwischen psychosozialen Strossfaktoren, Persönlichkeitsmerkmalen, Stressvorarbeitung und der Hypertonieentwicklung aufzeigen:
Die Whitehall-Studie1 ging der Frage nach, ob die akute Blutdruckreaktion auf mentalen Stress ein Prädiktor für die spätere Entwicklung einer manifesten Hypertonie ist. Bei 796 Männern mittleren Alters (35 bis 65 Jahre), die über 10 Jahre beobachtet wurden, zeigte sich, dass das Ausmaß der systolischen Blutdruckreaktion auf akuten Stress, ebenso wie das After und die Höhe des Ausgangsblutdrucks (im normalen bis noch-normaIon Bereich), ein Prädiktor für die Entwicklung einer manifesten Hypertonie ist.
In der CARDIA (Coronay Artery Risk Development in Young Adults) Studie5 wurden 3.308 junge (18 bis 30 Jahre) schwarze und weiße Männer und Frauen über 15 Jahre untersucht (von 1985 bis 2001). Es ging um die Frage, ob TUI (Time urgency and impatience) als Risikoverhaften die Entwicklung einer Hypertonie begünstigen. Es zeigte sich eine klare „Dosis-Wirkungs-Beziehung” zwischen Ungeduld, dem Gefühl von Zeitdruck und der späteren Hypertonieprävalenz.
Einige kleinere Studie zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer hohen Arbeitsanforderung und Verantwortung in Kombination mit geringem Kontroll- und Entscheidungsspielraum (high demand/low control work: job strain) und erhöhtem Blutdruck sowie kardialer Mortalität2,4.
Fazit (bewusst provokant)
Der Zusammenhang zwischen psychosozialem Stress, Stressverarbeitung und Hypertonieentwicklung ist inzwischen gut belegt. Dies hat erhebliche Konsequenzen für die tägliche Behandlung von Hypertonikern, von denen Stress als persönliche Hypertonieursache sehr häufig an erster Stelle genannt wird. Im eklatanten Gegensatz dazu fehlt auf ärztlicher Seite häufig die Bereitschaft, diese Zusammenhänge im individuellen Fall zu analysieren und anzuerkennen. Hauptursache hierfür ist der Mangel an objektiven Messverfahren (abgesehen von Fragebögen/Skalen) zur Messung von Stress.
Martin Middeke, München
|
| Literatur: 1. Carroll D, Smith GD, Shipley MJ et al. (2001) Blood Pressure Reactions to Acute Psychological Stress and Future Blood Pressure Status: A 10-Year Follow-Up of Man in the Whitehall1 Study Psychosomatic Medicine 63: 737-743 [Abstract]
2. Steptoe A, Cropley M, Joekes K (1999) Job strain, blood pressure and response to uncontrollable stress. J Hypertens 17: 193-200 [Pubmed Abstract]
3. Rutledge Th, Linden W (2000) Defensiveness status predicts 3-year incidence of hypertension. J Hypertens 18(2): 153-159 [Pubmed Abstract]
4. Kivimäki M, Leino-Arjas P, Luukkonen R et al. (2002) Work stress and risk of cardiovascular mortality prospective cohort study of industrial employees. BMJ 325: 857-65 [Full text]
5. Yan LL, Liu K, Matthews KA at al. (2003) Psychosocial factors and risk of hypertension: the Coronary Artery Risk Development in Young Adults (CARDIA) study. JAMA 290: 2190-92 [Abstract]
|
| Bei Rückfragen oder Interesse an Literatur zu diesem Thema stehen wir Ihnen unter der Fax-Nr. 089/57095-126 gerne zur Verfügung. |
 |
Ein wissenschaftlicher Service |
 |
|
|