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Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die obstruktive Schlafapnoe zu erhöhten Blutdruckwerten führen kann und eine Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörung eine arterielle Hypertonie günstig beeinflusst. Aus ökonomischer Sicht können nicht alle Patienten mit arterieller Hypertonie auf schlafbezogene Atmungsstörung untersucht werden. Daher ist es notwendig, Selektionskriterien zu definieren.
Die Deutsche Hochdruckliga und das National Institute of Health haben die Schlafapnoe als einen Faktor benannt, der Ursache einer sekundären Hypertonie oder einer scheinbaren Therapieresistenz sein kann.
Es sind im Wesentlichen drei Faktoren, die die Bedeutung der obstruktiven Schlafapnoe ausmachen:
Mehrere Untersuchungen der letzten Jahre konnten aufzeigen, dass eine unabhängige Assoziation besteht zwischen dem Vorhandensein einer obstruktiven Schlafapnoe und der Entwicklung der arteriellen Hypertonie. Zusätzlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Schwere dieser schlafbezogenen Atmungsstörung und der Ausprägung der arteriellen Hypertonie.
Bei nahezu allen Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe findet sich nachts apnoeassoziiert ein Anstieg des systemisch arteriellen Blutdrucks. Ursächlich hierfür ist die akute Steigerung des Sympathikotonus als Folge der apnoeinduzierten Hypoxämie und der zentralnervösen Weckreaktion. Diese repetitiven nächtlichen Blutdruckanstiege können dazu führen, dass das physiologische nächtliche Dipping in dieser Patientengruppe nicht mehr beobachtet wird. Das Ausmaß des Non-Dipping korreliert hierbei mit der Schwere der obstruktiven Schlafapnoe.
Warum Schlafapnoepatienten auch tagsüber erhöhte Blutdruckwerte aufweisen, ist nicht exakt geklärt. Postuliert wird, dass die repetitiven nächtlichen Hypoxämien und Arousalreaktionen zu einer anhaltenden Erhöhung des Sympathikotonus' auch am Tag führen. Bei obstruktiver Schlafapnoe ist auch die endothelabhängige Vasodilatation beeinträchtigt.
Für eine Kausalität zwischen obstruktiver Schlafapnoe und arterieller Hypertonie sprechen auch Interventionsstudien: Unter adäquater Therapie der Schlafapnoe kommt es über die Zeit nicht nur zu einer Normalisierung der endothelabhängigen Vasodilatation, sondern auch zu einem Absinken des erhöhten Sympathikotonus' am Tag. Parallel hierzu finden sich sowohl in der Nacht als auch am Tag ein Absinken des systolischen und diastolischen arteriellen Blutdrucks.
Das Absinken des mittleren arteriellen Blutdrucks um im Schnitt 10 mm Hg bedeutet, dass in diesem Patientenkollektiv das Risiko für eine koronare Herzerkrankung um 37% und für einen Schlaganfall um 56% reduziert werden kann. Damit hat diese therapeutische Intervention nahezu den gleichen Effekt wie eine medikamentöse Therapie mit Azetylsalizylsäure, ACE-Hemmern, Statinen oder Betablockern bei Postinfarktpatienten.
Wegen dieser Daten wertet das National Institute of Health seit Mai 2003 die obstruktive Schlafapnoe als unabhängigen Risikofaktor für die Entstehung einer arteriellen Hypertonie. Auch die Deutsche Hochdruckliga hat in ihren im November 2003 publizierten „Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie” die Schlafapnoe als Ursache einer sekundären Hypertonie und Ursache für eine Therapieresistenz eingeordnet.
Aus ökonomischen Gründen ist es nicht möglich, alle Patienten mit einer arteriellen Hypertonie im Schlaflabor zu untersuchen. Eine weitergehende Diagnostik ist angezeigt:
Liegt eine der unter 2-5 genannten Situationen vor, so sollte zunächst anhand anamnestischer Angaben geprüft werden, ob eine Störung des Schlafes oder der Atmung besteht. Diese Angaben müssen ggf. auch fremdanamnestisch erhoben werden. Hierbei helfen strukturierte Fragebögen, wie sie in der Leitlinie "Müdigkeit" (S3) der DEGAM und in der Leitlinie "Nicht erholsamer Schlaf" (S2) der DGSM als Epworth-Schläfrigkeits-Skala und Pittsburgh-Schlafqualitätsindex (www.dgsm.de) empfohlen werden.
Auf der nächsten Versorgungsebene kann anhand einer polygraphischen Untersuchung versucht werden, die vermutete schlafbezogene Atmungsstörung qualitativ und quantitativ zu differenzieren. Findet sich hierbei ein pathologischer Befund oder ist der Patient ausgeprägt tagesmüde - ohne dass ein Medikamenteneinfluss, eine organische oder eine psychiatrische Erkrankung hierfür verantwortlich gemacht werden können -, besteht die Indikation zur polysomnographischen Untersuchung mit Analyse der Auswirkungen der Atmungsstörung auf den Schlaf in einem schlafmedizinischen Zentrum.
| Versorgung von Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen |
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Ist bei Schlafapnoepatienten eine medikamentöse Blutdrucksenkung notwendig, sollten nur solche Antihypertensiva eingesetzt werden, die sich nicht ungünstig auf den Schlaf auswirken: lang wirksame ACE-Hemmer, aber auch Vasodilatatoren, Kalziumantagonisten, Angiotensinrezeptorenblocker und Betarezeptorenblocker.
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