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See you later Carburettor
Ich hatte im "Motoradfahrer" eine Anzeige aufgegeben, um die Reste meiner XL 250 S zu
verkaufen (übrigens, es sind immer noch Teile zu
haben, 0621/793675 bei Heizer-Vally).
Eine Woche später, ich saß gerade vor meiner Lieblings-Daily-Soap,
klingelte das Telefon: "Griaß Gott, I hob die Anzeign glesn im Mohdorodfoahra. I braucht an
Vergasa, fia meinen hot sich nochts ana inderessiert, is der noch z' hobn?"
Wie der/ die geneigte LeserIN unschwer erkennen kann, stammte der Anrufen aus Österreich,
genauer gesagt, aus Linz. Nachdem wir uns über den Preis geeinigt hatten ( zu einem wahrhaft
"christlichen" Preis von 20 DM -- Anrufen lohnt wirklich!!!) versprach ich ihm, das Teil in den
nächsten Tagen nach Linz/ Österreich zu schicken, zuzüglich der Portokosten.
Also nahm ich einen kleinen Karton, wickelte den Vergaser in eine Zeitung und legte ein
erläuterndes Kärtchen bei. Danach packte ich den Karton auf's Rad und fuhr zur Post, Dort
angekommen überlegte ich mir, daß es am besten wöre, das Teil per Nachnahme zu schicken,
schließlich konnte ich so die Lauferei nach dem Geld umgehen, und der Österreicher würde 30
DM Überweisungsgebühr sparen,
Ich fragte also die Dame am Schalter, ob dies möglich wöre. Antwort: "Des is schun möglisch,
aber wenn Sie des als Peitschen schigge, werd des teurer, außerdem müsse Se des ausfülle" (zeigt
3 Formulare) "oder sie schigge des als Pakehd, dann werd des billischer un Sie müsse nur des
ausfülle" (2 Formulare)."A Moment dmol, des is ja fürs Ausland, dann kummt nur des" (4
Formulare)" oder des" (5 Formulare) "in Frage."
Es gab noch 2 - 3 andere Varianten. die ich wegen ihrer Kompliziertheit vergessen habe. Zum
Schluß konnten wir uns, nach spannungsgeladenen Verhandlungen, es hatte sich mittlerweile
eine
lange Schlange hinter mir gebildet, die schon unwilliges Schnauben von sich gab, auf zwei
Formulare geeinigt.
Ich setzte mich in ein stilles Eckchen, um dem Zorn der Menge zu entgehen und um die beiden
Formulare auszufüllen. Plötzlich fiel mir auf, daß dort für das Geld, das ich per
Nachnahmeüberweisung bekommen sollte, nur ein Postgirokonto als Empfüngerkonto möglich
war, weil es bei der BLZ bzw. der Kontonr. vorgedruckt war: Postgirokontonr, Ich wollte
natürlich nicht ein zweites Mal den Unmut der Menge erregen, so brüllte ich quer durchs
Postamt: "Macht des was, wenn des Empfüngerkonto bei der Deutschen Bank ist?"
Antwort der Postbeamtin: "Hanoi, des macht gar nix!!"
Also entrichtete ich Porto ünd Nachnahmegebühr (18 DM, die ich natürlich zum Kaufpreis
dazuschlug) und gab das Röckchen bzw. das Paket in die Post.
Ca. 2 Wochen später bekomme ich ein eine Karte, wonach ich mich beim besagten Postamt zu
melden hütte. Ich radelte wieder hin und erkundigte mich, was los sei.
Ja, ich hütte KEIN Postgirokonto, auf das der Betrag von 38 DM überwiesen werden könne. Das
Geld sei zwar bezahlt worden, aber nicht auf jenes Konto, da es ja nicht von der Postbank sei. Ich
antwortete ihr, daß ich das nicht verstehen könne, weil ihre Kollegin gesagt hütte, daß es mit
einem Deutsche-Bank-Konto ebenso möglich sei. Wir einigten uns, daß ich bei meiner Bank
fragen sollte, ob das Geld angekommen sei.
War es nicht. Zurück zum Postamt. Dort sagte mir die Beamtin, da das Geld nicht da sei, müßte
ich einen Antrag auf Nachforschung stellen. Ich füllte jenes Formular aus und wartete ca. 6
Wochen. Hoch lebe die Schneckenpost.
Dann wurde ich wieder zur Post bestellt.
Und siehe, es geschah ein Wunder: Mit der Betonung, daß dies eine ABSOLUTE AUSNAHME
sei, wurde mir mein Geld ausgezahlt!!!! Deshalb: Wenn Ihr Teile verschickt, überlegt Euch gut
das " WIE besonders ins Ausland.
Wenn Ihr die Teile per Nachnahme verschicktseht zu, daß Ihr ein Postgirokonto habt, oder wie
Ihr es sonst mit dem Geld macht, s.o.. Sonst: See you later carburettor... oder: von der Wiege bis
zur Bahre Formulare, Formulare...
Heizer-Vally