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Sie alle kennen wahrscheinlich Einsatzmöglichkeiten
von Infrarot und was damit gesucht, aufgespürt, gemessen wird u.u.u. So
lassen sich unter anderem Wärmequellen aufspüren und VIA moderner Technik
auf Monitoren abbilden.
Sie erscheinen als „Energiequellen“ in etwa
„zerfransten“ Formen, eben nur dort, wo Wärme ist. Blut ist nun eine
Wärmequelle, solange der, die Lebensform ,die es zum Leben braucht, noch
lebt! Ein durchbluteter Körper ist eine warme Energiequelle und erscheint
nun durch die Infrarotmessung in pulsierenden Umrisslinien auf einem
Monitor.
Wenn wir die, durch die Jury einstimmig zum ersten
Preis erwählte Arbeit betrachten, so haben wir den Eindruck, als würden
mit Infrarotstrahlen zwei Hände in ihren Umrissen und dort, wo die meiste
Wärme ist, in den Innenflächen, abgebildet. Zwei Energiequellen, die sich
aktiv begegnen und, die an den Flächen der „Begegnung“ am intensivsten
wirken, da dort Überlagerungen passieren.
Die sind nicht zufällig. Der Künstler benutzt Farben,
mit denen er seine Hände „benetzt“ hat und drückt sie „sacht“
übereinander. Farbe ist Energie, erzeugt beim, im Betrachter Bewegung. Die
lasierende Wirkung an den überlagerten Stellen erzeugt neue, vorher nicht
vorhandene Farbtöne, Energieformen.
Übertragen wir dieses aktive Erleben beim Betrachten
auf eine reale Begegnung, auf das Berühren von fremden Händen, sei es zur
Begrüßung, sei es um den anderen zu spüren, so wissen wir um das - wie uns
geschieht!
Der Künstler macht noch einen weiteren Schritt.
Er schreibt das Wort Toleranz wie eine Überschrift,
so abstrakt wie es ist, hart und in Druckbuchstaben –und sehr weit unten,
das Bild quasi einfangend und verstärkend mit Pünktchen davor, um uns noch
einmal Luft holen zu lassen, in bewegter Schrift ...färbt ab...!
Schrift und Form und Farbe als geschlossene Form, die
uns nicht entrinnen lässt. Wir werden in diesem Bild, diesem manifest
gefügtem Willen des Künstlers festgehalten, auf eine warme, uns sehr nahe,
liebevolle Weise und können ohne Zweifel dieses Gefühl an andere
weitergeben.
Die einfache Art des Entstehens dieses Bildes, dieser
klare, schon im Kindergarten erprobte Weg der Kommunikation des Kindes im
Umgang mit der Farbe und der Freude am eigenen Tun und dem relativ schnell
zu erreichendem Erfolgserlebnis, lassen es zu, dass dieses Bild und seine
Botschaft vom Jüngsten bis zum Ältesten, von hier bis zum entlegenstem
Erdteil verstanden wird. Begegnen wir uns so friedvoll, so farbig, wie wir
in unserer Unterschiedlichkeit sind, kosten wir es aus und lernen so
„spielerisch“ wie uns der Künstler es mitteilt, miteinander zu
kommunizieren. Probieren wir die Toleranz, die abfärbt...
und wir brauchen dann keine Infrarotstrahlen um den anderen „aufzu- oder
zu erspüren...
Mit freundlichem Gruß
Gautam,
Jurymitglied
am 05.12.2003
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